HUNDEFRISÖR - muss das sein??

 

Der Besuch beim Hundefrisör wird von vielen Menschen belächelt. Ebenso wie viele es belächeln wenn ich erzähle, dass ich als Hundefrisörin arbeite. Es stellt sich oftmals die Frage: „ist es die Eitelkeit des Besitzers, die dem Hund unsere Ansicht von Schönheit aufzwingen möchte? Oder ist es vielmehr eine sinnvolle Notwendigkeit unseren Hunden eine gewisse Pflege angedeihen zu lassen?

 

Sicherlich ist der Besuch beim Frisör für einen Hund nichts Natürliches oder etwas nachdem er sich sehnt.

 

Kein Wolf würde freiwillig zum Hundefrisör gehen und um eine Pflege bitten!

 

Man darf jedoch nicht vergessen: der Wolf, ebenso wie Hunde des Urtyps, ist für ein Leben in der Natur geschaffen. Sein Fell benötigt keine spezielle Pflege um ein Leben im Freien bei jeder Witterung zu meistern.

 

Anders steht es mit unseren heutigen Hunderassen. Wolliges, feines, sehr langes, zu dichtes, lockiges Haar, Rassen ohne natürlichen Fellwechsel oder endlos wachsendem Haar machen eine Pflege zu einer nicht nur sinnvollen sondern notwendigen Angelegenheit.

 

Ebenfalls ist die Zeit der Winter-Sommer, Sommer-Winter Fellwechselperioden vorbei. Da das Wetter immer mehr verrückt spielt, sich heiß und kalt spontan abwechselt ohne langsame Übergänge, konnte man in den letzten Jahren beobachten, dass Hunde während des gesamten Jahres hindurch Haaren.

 

 

Grundsätzlich gilt:

FÜR JEDEN HUND MACHT PFLEGE SINN!

Rassestandard

 

Unsere heutigen Hunderassen werden vom Federation Cynologique Internationale (FCI) in zehn offizielle Gruppen eingeteilt.

 

Jede Hunderasse hat einen gewissen Standard dem sie entsprechen muss.

Unter anderem wird darin auch das äußere Erscheinungsbild beschrieben, welches als FCI-Standard bezeichnet wird. Ein ausgebildeter Hundefrisör ist in der Lage einen Hund nach dem jeweiligen rassetypischen Bild herzurichten.

 

 

Kundenwunsch

 

Um den Pflegeaufwand gering zu halten wünschen sich viele Besitzer zwar einen rassetypischen Schnitt, jedoch auf das eine oder andere praktische Detail abgestimmt. So ist es zbsp möglich einen rassetypischen Schnitt leicht abgewandelt mit etwas weniger Behang, kürzerer Hose oder Ohren,… je nach Kundenwunsch zu kreieren.

 

Gerade unseren kleinen Rassen, die ihren Ursprung meist als Gesellschaftshunde der Adelsdamen nehmen, wurde seidigweiches, langes, pflegeintensives Haar angezüchtet.

Rassen wie Havaneser, Boloneser, Malteser, Biewer Yorki, Yorkshire Terrier, Shi Tzu, Lhasa Apso uvm haben ursprünglich langes Haar, welches täglich gebürstet und gekämmt werden muss um Knotenbildung und Verfilzungen zu vermeiden.

 

Vielen Besitzern ist dieser Aufwand zu groß und so ist der Wunsch nach einem pflegeleichten, pfiffigen, hübschen Haarschnitt vorhanden.

 

 

Gesundheitsfrage

 

Hunde mit langem Fell, viel Wolle, Trimmfell, oder Fell das unbedingt geschnitten werden muss, wie das vom Pudel oder Bichon,… müssen bereits als Welpe spielerisch an die Fellpflege gewöhnt werden. Ganz so, wie man Kindern das Zähneputzen lernen muss. Die wenigsten Hunde lieben das bürsten und kämmen, sie wollen nicht still stehen, sich nicht in die Ohren schauen oder die Pfoten halten lassen, doch all das sind Dinge, die sie im späteren Leben brauchen werden, sei es beim Tierarzt, bei der Fellpflege zuhause oder beim Hundefrisör.

 


Oftmals, wenn dies übersehen wurde, die Pflege aufgrund des Aufwandes nur lasch betrieben wurde oder aber auch das falsche Werkzeug benutzt wurde, kommt es zu starken Verfilzungen, die selbst von mir nicht mehr ausgebürstet werden können. Die einzige Möglichkeit ist dann das Fell komplett abzuscheren. Soweit sollte man es nie kommen lassen!

 

Immer wieder kommt es vor, dass richtige Filzplatten entstehen. Darunter kann die Haut nicht mehr atmen, es kann kaum noch Luft durch Fell dringen, Feuchtigkeit und Schmutz hält sich tief im Filz, wodurch Keimen eine großartige Möglichkeit geboten wird sich zu vermehren. Dies kann soweit gehen, dass man als Hundefrisör beim Abscheren des Pelzes schon eitrige Wunden freilegt und den Hund zum Tierarzt weiterschicken muss.

Im Sommer können solche Verfilzungen auch zum Hitzschlag führen.

Ebenfalls wird ein Parasitenbefall damit begünstigt.

 

 

Gepflegtes Aussehen

 

Das schöne am Beruf des Hundefrisörs ist die Vielseitigkeit der Arbeit.

JEDER HUND, jeder Rasse oder Mischung kann durch oft nur kleine Veränderungen um ein vielfaches gepflegter, jünger oder pfiffiger aussehen.

 

Oft höre ich: „mein Hund gefällt mir wie er ist…“ und das ist gut so, nie möchte ich einen Hundehalter etwas anderes sagen hören! umso mehr freuen mich die fröhlichen, stolzen und erstaunten Gesichter der Besitzer, die gar nicht aufhören können ihren Liebling zu knuddeln mit den Worten „…ich hätte nie gedacht das du so schön sein kannst, so schön warst du noch nie!“ Das erfüllt mich als Hundefrisör mit Glück und Freude!

 

 

Kurzhaarrassen/Nordische Rassen

 

Viele Besitzer klagen über endloses haaren ihres Hundes, welches gerade bei Wetterumschwüngen noch einmal mehr verstärkt wird. Besitzer von Hunde mit viel Unterwolle oder dichtem Fell wie der Husky, Akita Inu, Schäfer… können ebenfalls ein Liedchen davon singen.

 

Mit einer Kleinen Pflege kann der Hundefrisör eine deutliche Hilfestellung leisten!

Das Bad löst Verschmutzungen, die die Haare verkleben. Durch das Föhnen wird der Großteil der losen Haare und Wolle, bereits beim Trocknen, entfernt. Bürsten, kämmen und entwollen mit professionellem, dem Fell angepasstem Werkzeug rundet die Pflege ab, sodass der Besitzer in seiner Pflegetätigkeit deutlich unterstützt wird!   

 

Fazit:

 

Unterm Strich ist also der Besuch beim Hundefrisör kein unnötiger Luxus, der als Zeichen von übertriebener Eitelkeit des Besitzers zu sehen ist.

 

Es ist vielmehr der verantwortungsvolle Umgang mit einem Tier, dem man selbst im Bereich der Hundepflege nicht gerecht werden kann und der Wunsch nach einem gesunden, gepflegten Tier, das sich in seinem eigenen Fell wohl fühlen kann!

 

 

Gerne stehe ich Ihnen mit Rat und Tat zur Seite!

 

Cornelia Griehsler